Geotope und Gedenkstätten, Geheimnisse und Gruseln

Ein Guide für den Geopark Ries

Foto: context verlag Augsburg

Ein Reiseführer erklärt die Geotope im Nationalen Geopark Ries – vor allem aber die Denkmäler und Kunstwerke in einer Landschaft, die vor 14,5 Millionen Jahren von einem Meteoriten geformt wurde.


Sehenswertes und Erlebnisse im Ries und an den Kraterrändern stellt jetzt der neue Reiseführer „Nationaler Geopark Ries. Landschaft. Geschichte. Kultur.“ vor. Das 384-seitige Taschenbuch – mit fast 500 Fotografien sowie mit einigen Karten und Schaudiagrammen außergewöhnlich reich bebildert – erscheint am 24. Juni 2019 auch deshalb, weil sich der Nationale Geopark Ries derzeit um das Prädikat UNESCO Global Geopark bewirbt.

In diesem Verfahren sind nicht nur die teils spektakulären Geotope, Zeugenberge, Höhlen und Aussichtspunkte im Ries von Interesse, die als Folge des Meteoriteneinschlags vor etwa 14,5 Millionen Jahren und späterer Jahrmillionen entstanden. Bei solch international bedeutenden Geoparks geht es auch darum, wie die Geologie die Menschen, die Kultur und die Geschichte einer Region geprägt hat. So auch beim Ries: Der Meteoritenkrater und seine Ränder, Hügel und Höhlen zogen schon Steinzeitmenschen an, Kelten und Römer, Ritter, Reichsstädter und Rokokofürsten folgten. Entstanden ist so eine Landschaft, die neben bekannten Denkmälern wie dem Kirchturm von St. Georg – dem „Daniel“ – und der fast rundum begehbaren Stadtmauer in Nördlingen oder auch Schloss Harburg – eine der schönsten Burgen Deutschlands – viel Sehenswertes zu bieten hat: Vieles, was selbst in der näheren Nachbarschaft des Kraters kaum bekannt ist. Dazu gehören geheimnisumwitterte Höhlen, die an Steinzeitkannibalen, einen Pakt mit dem Teufel oder den Dreißigjährigen Krieg erinnern. Schaurig-schöne Ruinen und tief berührende Gedenkstätten bezeugen die Gräuel der Bauernaufstände und das Grauen der Glaubenskriege. Richtstätten und ein Folterturm sind gruselige Denkmäler der Hexenverfolgung im Ries.
Kaum bekannte Naturphänomene stellt der neue Reiseführer ebenso vor wie die Superlative: Das Ries, der besterforschte Meteoritenkrater der Welt, war der erste Nationale Geopark Bayerns. Im Ries trainierten US-Astronauten für ihre Mondmissionen. Im Ries besteht aber auch die älteste Sozialstiftung Deutschlands. Generell gibt es im Ries eine wohl weit und breit einmalige Dichte antiker, mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Denkmäler, Kunstwerke und Geschichte machender Ereignisse auf engstem Raum. Was die kulturelle Vielfalt erhöht: Der Geopark erstreckt sich vom Donautal bis zum Fränkischen Seenland, vom Naturpark Altmühltal bis zum UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb und somit über fünf Landkreise
in Bayern und Baden-Württemberg – mit teils sehr unterschiedlicher Landschaft und Historie.

 

Das Taschenbuch „Nationaler Geopark Ries. Landschaft. Geschichte. Kultur.“ (context verlag Augsburg, Martin Kluger, mit Beiträgen von Günther Zwerger und Heike Burkhardt, 384 Seiten, 506 Abbildungen, EUR 16,90) erscheint am 24. Juni 2019. Der Reiseführer ist bundesweit im Buchhandel, aber auch in verschiedenen Tourist-Informationen und in der Geschäftsstelle des Geopark Ries erhältlich.

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